1. Juni

Einiges vermisse ich nicht, seit ich nüchtern bin, nämlich: jenes entsetzliche Gefühl körperlichen Elends, einschließlich des schrecklichen Zitterns, des zerspringenden Kopfes, des peinigenden Schmerzes in Armen und Beinen, der verschwiemelten Augen, des revoltierenden Magens, der hängenden Schultern und weichen Knie, des stoppeligen Bartes und der gedunsenen Röte im ungewaschenen Gesicht. Oder meiner Ehehälfte beim Frühstück gegenüber zu sitzen, während ich auf meinen Teller starre. Oder mir ein möglichst stichhaltiges Alibi ausdenken zu müssen, und stur daran festzuhalten versuchen. Oder mein Portemonnaie aufzumachen und gähnende Leere darin zu entdecken.

All das vermisse ich doch nicht, oder?

MEDITATION

Du trägst den göttlichen Funken von Geburt an in dir. Nur hat ihn das Leben, das du geführt hast, beinah erstickt. Diese himmlische Glut muss gehegt und angefacht werden, damit daraus langsam ein ernstes Begehren entbrenne, das rechte Leben zu führen. Und wenn du dich fortan darum bemühst, Gottes Willen zu tun, dann wächst du in der Tat allmählich in einen neuen Lebenswandel hinein. Der Weg deiner Wandlung von materiellen zu ideellen Zielen hin ist ein Weg unter göttlichem Geleit.

GEBET

Ich bete, dass ich das göttliche Feuer in mir sorgsam behüten und anfachen möge. Ich bitte, dass ich durch meine innere Wandlung allmählich aus dem alten in das neue Leben hineinwachse.