2. DEZEMBER

Was wir vor einem Rückfall denken, spielt sich also weitgehend im Unterbewusstsein ab. Dennoch wird höchstwahrscheinlich einiges davon auch in unser Bewusstsein dringen. Und plötzlich schießt uns, wie aus heiterem Himmel, irgend ein Gedanke an Alkohol durch den Kopf. Das ist dann der kritische Moment! Werde ich diesem Gedanken - wenn auch nur minutenlang - nachhängen, oder schlage ich ihn mir schleunigst aus dem Sinn? Spiele ich auch nur ein Weilchen damit, so kann daraus unversehens ein Wunschtraum werden: Vor meinem Auge steigt ein kühles Glas Bier oder ein verlockender Cocktail auf; und wenn ich mir das noch weiter ausmale, so führt das leicht - wenn auch vorerst vielleicht noch unbewusst - zu dem Entschluss „nur ein kleines Schlückchen" zu probieren. Und damit bin ich dann reif für den Rückfall.

Hänge ich derartigen Gaukeleien nach?

MEDITATION

Fast jeder Mensch hat eine gewisse Vorstellung davon, wie Gott sich ihn gedacht hat. Und wie immer diese Vorstellung auch sei, wir müssen ihr so gut wie möglich gerecht werden und danach trachten, dem gemäß zu leben. Soviel ist gewiss: Gott weiß, wie und wer wir sein sollten. In jedem Menschen steckt das Gute, das Gott in ihm sieht; der Mensch, der er sein könnte; der Mensch, den Gott wünscht.

GEBET

Ich bete, dass ich danach streben möge, so zu werden, wie Gott mich wünscht. Ich bitte, dass ich seiner Vorstellung von mir gerecht zu werden suche.