5. Mai

Ich musste mich aufspielen und prahlen, damit die Leute denken sollten, ich sei sonst wer, obwohl sie und auch ich natürlich genau wussten, wie wenig in Wirklichkeit mit mir los war. Ich machte keinem was weis, und trotzdem bin ich die leidige Angewohnheit mich aufzuspielen auch jetzt noch nicht los - trotzdem ich nun schon eine ganze Weile nüchtern bin. Immer noch neige ich dazu, mich überzubewerten und mehr scheinen zu wollen, als ich wirklich bin.

Bin ich womöglich in Gefahr, mir was drauf einzubilden, dass ich jetzt nüchtern bin?

MEDITATION

Meine Beziehung zu Gott darf ich nicht verstandesmäßig erfassen wollen. Sie ist reine Glaubenssache und hängt von meinen seelischen Fähigkeiten ab. Ich muss an ihn mehr mit dem Herzen denken als mit dem Kopf. Dann verspüre ich seinen Geist in allem, was mich umgibt, und kann mich auf das Gute in der Welt konzentrieren. Ich bin eingekapselt in Zeit und Raum, doch mein Glaube öffnet mir einen Ausblick in die Weite. Durch ihn kann ich alle materiellen Begrenzungen überwinden - und Gott erahnen.

GEBET

Ich bitte, dass ich des Guten auf der Welt teilhaftig werden möge. Ich bete, dass ich Gott für mich bestimmen lasse, was gut für mich ist.