Auffinden von potentiellen Mitgliedern

 

Ein erfolgreicher und einheitlicher Plan, um Anwärter für AA aufzuspüren und die zukünftige Arbeit konstruktiv zu gestalten, kann sehr leicht von jeder fortschrittlichen AA-Gruppe ausgearbeitet werden. Solch ein Plan wird im siebten Kapitel des Big Book ausführlich beschrieben. Verständige Mitglieder werden es gutheißen, ihn als maßgeblichen Leitfaden für Sponsorschaft einzuführen. So können alle Mitglieder mit vereinten Kräften arbeiten, und allen steht die Urquelle der Erfahrung unserer Gründer gleichermaßen zur Verfügung.

Es gibt viele Möglichkeiten, um potentielle Mitglieder zu erreichen. Breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit von AA ermöglicht die Kontaktaufnahme per Telefon oder durch schriftliche Anfragen. Dieser wichtige Dienst hat stark zum Wachstum unserer Gemeinschaft beigetragen. Am Wert dieses Dienstes besteht kein Zweifel, doch wenn wir uns darauf allein verlassen, werden die Mitgliederzahlen rückläufig.

Wenn wir die ursprünglichen Quellen, mit denen unsere Gründer begannen, weiter gedeihen lassen wollen, müssen Mitglieder die Botschaft weitertragen, um das Wachstum von AA zu fördern und persönliche Erfahrung sammeln.

Wie läßt sich das bewerkstelligen? Die Antworten findest du im Big Book. Lies den dritten Absatz in dem Kapitel über "die Arbeit mit anderen". Da heißt es: "Vielleicht kennst du keine Trinker, die genesen wollen. Du kannst leicht welche finden, indem du ein paar Ärzte, Geistliche, Priester und in Kliniken fragst."

Derartige Mühe wird durch gute Beziehungen zur Öffentlichkeit belohnt und früher oder später Anfragen von hilfesuchenden Alkoholikern auslösen, die AA brauchen. Wir gewinnen aus diesen Notrufen am meisten, denn wir waren an ihrer Ermöglichung beteiligt.

Wenn wir Ärzte, Geistliche, Juristen, Polizeibeamte und Industriemanager über die Art von Menschen, denen AA helfen kann, genau unterrichten, können wir vermeiden, daß unsere Reihen mit einem unnötigen Zustrom von Nichtalkoholikern überflutet werden.

Die Möglichkeit, durch Erkundigungen von Familienangehörigen des Alkoholikers neue Anwärter für das Programm ausfindig zu machen, wird oft übersehen. Wenn ein Alkoholiker nicht an AA teilhaben will, können wir dennoch die Botschaft an die nachforschenden Verwandten weitertragen.

Diejenigen, die hilfesuchend anfragen, haben das Recht auf eine Erklärung unseres Leidens, des Alkoholismus. Wir sollten ihnen "von den Zwölf Schritten erzählen und wie das Programm bei dem süchtigen Familienmitglied etwas bewirken kann, falls der Betreffende es annehmen will. Sie werden Mittel und Wege finden, den Alkoholiker aufzuklären.

Überlaß ihnen das AA-Buch, denn damit wirst du ein Samenkorn in ihrem Bewußtsein eingepflanzt haben, das in der Zukunft vielleicht einen guten Anwärter für AA heranwachsen läßt.

Weitere Quellen für den Zuwachs neuer AA-Mitglieder können durch Presse, Funk und Fernsehen erschlossen werden.

Dabei müssen wir Taktgefühl und ein gutes Urteilsvermögen an den Tag legen, denn überhaupt keine Öffentlichkeitsarbeit ist weitaus besser als eine schlechte Publicity die Alkoholiker vom AA-Lebensweg abhalten könnte. In Verbindung mit allen Kontakten zur Öffentlichkeit sollte unser Prinzip der Anonymität gründlich klargestellt sein. Wir sind verpflichtet, darauf zu achten, daß die Anonymität respektiert wird.

Jede Gruppe sollte ihre Ziele und Motive überdenken, bevor sie ein Programm für Öffentlichkeitsarbeit herausgibt.

Wir müssen unsere persönliche Anonymität in den Medien wahren. Motivationen, die von dem Wunsch getragen werden, AA oder seine Mitglieder in den Himmel zu heben, sind grundsätzlich falsch. Unser Ziel heißt Dienen. Durch das Prinzip der Anziehung können wir dazu beitragen, daß die Menschen, die am Alkoholismus leiden, ihren Weg zu AA finden.

 

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