Sponsorschaft

Die Arbeit mit anderen Alkoholikern

 

Sponsorschaft stellt die höchste Form der Weitergabe von AA dar. In diesem Akt der Anteilnahme teilen Menschen, die eine Gnadenfrist vor dem Wahnsinn oder Tod des Alkoholismus erhalten haben, ihre Genesung mit anderen, die der gleichen Strafe entkommen möchten. Dies ist kein reiner Akt Wohltätigkeit, denn wenn wir unsere Hilfe zurückhalten, bedeutet das, daß wir unsere eigene Gnadenfrist verlieren. Sponsorschaft ist der dynamische Faktor des Wachstums von AA, und sie erfüllt drei klare Voraussetzungen:

1)      Sie hilft uns, eine zufriedene Nüchternheit zu erhalten.

2)      Sie hilft anderen, ihren Alkoholismus zum Stillstand zu bringen.

3)      Sie tötet Selbstgefälligkeit ab und füllt die Reihen unserer Gemeinschaft zunehmend auf.

Der Arbeit mit anderen liegt ein gesundes Prinzip zugrunde, denn sie basiert auf dem zeitlosen Grundsatz: "Gib und du wirst erhalten."

Die Arbeit im Zwölften Schritt vervollständigt unsere Persönlichkeit und fördert unsere spirituelle Entwicklung. Wir können nicht Tag für Tag die Rolle eines praktischen Helfers und guten Beraters spielen und diese Taten in Anonymität verhüllen, ohne letztendlich dadurch unseren Charakter zu verbessern.

Desgleichen erhalten wir reichhaltige spirituelle Segnungen, wenn wir leidenden Alkoholikern selbstlos unsere Zeit und Erfahrung widmen. Diese Belohnungen sind nicht materiell greifbar, aber von unschätzbarem Wert, denn sie bringen uns Seelenfrieden, Selbstachtung und Nüchternheit.

Im Big Book wird in der Tat sehr stark betont, wie lebensnotwendig es für uns ist, die Botschaft weiterzugeben, denn dort heißt es: " ... das sind Erfahrungen, die du nicht missen solltest." Sponsorschaft erfüllt unser Bedürfnis nach aktivem Dienst und hilft uns, nüchtern zu bleiben.

Mitglieder, die diesen Dienst zu leisten versuchen, stehen der verwirrenden Frage gegenüber: "Wie gehen wir am besten mit Sponsorschaft um?" AA gibt keine klare Antwort auf diese Frage. Jedes Mitglied muß seine eigene Methode entwerfen. Die Ergebnisse sind Unentschiedenheit und häufig gegensätzliche Ansichten über die richtige Verfahrensweise.

Es gibt viele Vorgehensweisen, sowohl gute als auch schlechte, aus denen wir den richtigen Weg heraussuchen können. Manche Sponsoren legen eine Toleranz an den Tag, die bis zu schädlicher Nachgiebigkeit geht, andere sind Evangelisten. Da ist der "immer-mit-der-Ruhe-Typ", der schon zufrieden ist, wenn er seinen Schützling ins Meeting bringt. Andere nehmen es mit ihren Forderungen genauer. Sie arbeiten nur mit wirklichen Alkoholikern und bestehen darauf, daß ihre Kandidaten voll und ganz mitarbeiten, indem sie versuchen, die Zwölf Schritte von AA zu verstehen und anzuwenden.

Ohne einen guten Sack voller Sachkenntnisse und ohne praktische Erfahrung, auf die sich zurückgreifen läßt, wäre das Fehlen von festgesetzten Regeln oder einheitlichen Plänen für die Arbeit mit anderen äußerst frustrierend für die Mitglieder, die niemals zuvor als Sponsor tätig waren.

Glücklicherweise wird kein Mitglied verwirrt oder unwissend über die Technik der Sponsorschaft bleiben, wenn es das Big Book studiert. Dort stehen alle Antworten. Sie sind allerdings in verschiedenen Kapiteln zu finden: "Die Arbeit mit anderen", "Die Meinung des Arztes", "Ein Ausweg für Sie", "Es gibt eine Lösung", "Die Familie danach" und in 43 Lebensgeschichten von genesen(d)en Alkoholikern [in der amerikanischen Ausgabe von Alcoholics Anonymous].

Es ist nicht schwierig, eine erfolgreiche Methode der Sponsorschaft zu begründen, wenn wir den Anregungen folgen, die wir in diesen Kapiteln bekommen. Wir sind nicht allein auf den Glauben angewiesen, wenn wir eine Sponsorschaft übernehmen. Wir können uns ohne Gefahr auf die Erfahrung unsrer Gründer beziehen, denn die AA-Gemeinschaft bietet den Beweis dafür, daß ihr Plan etwas bewirkt.

In den vorliegenden Richtlinien zur Sponsorschaft stützen wir uns freimütig auf ihre Ratschläge und bauen stark auf ihre Erfahrung, in der Hoffnung, daß sie denjenigen helfen werden, die mit anderen Alkoholikern arbeiten.

zurueck.jpg