BESINNUNG  AM 18. TAG

 

Für viele Mitglieder ist Rachsucht ein Stolperstein auf dem Genesungsweg. Sie gehen in die Meetings und reden über das Pro­gramm, behalten sich jedoch vor, argwöhnisch, haßerfüllt und -wie sie es nennen - gerecht zu sein. „Haust du meinen Dackel, hau' ich deinen Dackel!" So oder ähnlich rechtfertigen sie ihren Groll. Und dann wundern sie sich noch, warum das AA-Programm bei ihnen nicht wirkt. Ihnen fehlt es an zufriedener Nüchternheit.

 

TÄGLICHE  INVENTUR

Warum nur gehen Gelassenheit und Seelenfrieden zum Teufel, wenn wir Alkoholiker es jemandem heimzahlen wollen? Gibt es gerech­ten Zorn? Sind wir zu Recht böse geworden? Wollen wir wirklich böse sein? Erhöhen Haß und Vergeltung unsere Chancen, zufriede­ne Nüchternheit zu erreichen?

 

ANREGUNG  ZUR  MEDITATION

Unsere rachsüchtige Haltung ist ein Symptom für Vorbehalte gegenüber dem AA-Programm. Sie steht im Gegensatz zu einem wich­tigen spirituellen Grundprinzip. Wenn wir bitten: „Vergib uns unse­re Schuld", dann müssen wir den Anfang machen. Wir können nicht erwarten, daß uns verziehen wird, außer: „... wir vergeben unsern Schuldigem" Groll und Rachsucht sind Formen besoffenen Den­kens, die AA niemals gutheißen kann. Ein Alkoholiker, der es „diesem Dreckstück mal zeigen" will, der meint, anderen etwas heim­zahlen zu müssen, ist rachsüchtig und vom Fundament der Zwölf Schritte abgewichen. Wir sollten das Experiment wagen, für jene zu beten, die wir hassen. Es lohnt sich.

 

SPIRITUELLER  KONTAKT

Unser Vater, laß uns in Zukunft vor der Form von Trunkenheit auf der Hut sein, die sich hinter gehässigen und rachsüchtigen Einstel­lungen verbirgt. Hilf uns, sie zu überwinden, indem wir für die Menschen beten, die wir hassen.

 

TÄGLICHE  GESUNDHEITSPRÜFUNG

Wie oft meditieren wir über den Wert eines gesunden Körpers als Hilfsmittel, um unseren Alkoholismus zum Stillstand zu bringen? Nicht oft genug, um ehrlich zu sein. Was für eine Schande, daß wir immer erst warten, bis eine Krankheit uns niederwirft, ehe uns zu Bewußtsein kommt, wie positiv, wie wortwörtlich „Not-wendig" eine gute körperliche Gesundheit bei unserer Genesung ist. Dabei brauchen wir nur ein paar einfache Regeln zu befolgen, um gesund zu bleiben. Eine geordnete Lebensführung, die uns angemessene Bewegung, frische Luft, Sonnenschein, Nahrung und Ruhe ver­schafft, ist das Wesentliche für einen gesunden Körper.