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We admitted we were powerless over alcohol- that our lives had become unmanageable.

Wir gaben zu, daß wir dem Alkohol gegenüber machtlos waren und unser Leben unkontrollierbar geworden war.

 

Was ist die Lehre von Schritt Eins? Welche Botschaft vermittelt er? Sichert es unsere Genesung, wenn wir diese Lektionen befolgen? Was geschieht, wenn wir dies nicht tun? Ist es ein demütiger, ehrlicher Schritt? Was hat es mit diesem Bild des einbeinigen Hockers auf sich? Womit ist er in AA vergleichbar? Er ist [allein und für sich genommen] zu gar nichts nutze - es sei denn, um seine Nutzlosigkeit zu illustrieren.

Man kann den Vergleich wagen, daß jeder Neuling in AA genau so wackelig ist wie der einbeinige Hocker, solange er nicht auch die anderen Beine hinzunimmt. Die Schritte 1-2-3 sind die grundlegenden Schritte von AA. So wie die Beine eines Hockers sind sie nur gemeinsam von Nutzen. Wir brauchen sie alle. Ein einzelner Schritt würde nicht mehr bewirken als in unserer nassen Zeit ein einzelnes Glas, um unseren Durst zu stillen.

Nun, da wir in AA sind und unser Leben wieder in Ordnung bringen wollen - wie kommen wir zurecht? Können wir lernen, kontrolliert zu trinken? Wenn Alkoholismus eine Krankheit ist, wie wird sie geheilt? Wo finden wir die Antworten zu unseren zahlreichen Problemen?

Die Antworten finden wir im Blauen Buch von Alcoholics Anonymous", Alkoholismus ist eine heillose Krankheit. Wir haben die Kontrolle über unser Trinken verloren und können nie wieder normal trinken. Wir können sie aber zum Stillstand bringen, wenn wir nach besten Kräften im Zwölf-Schritte - Programm leben. .

Dies verlangt von uns Studium, Geduld und Übung, aber es funktioniert! Den größten Nutzen ziehen wir aus diesem Programm, wenn wir zunächst die ganze Wahrheit über uns erfahren, nämlich, daß wir Alkoholiker sind wie alle anderen - und nicht etwa die unvergleichlich einmaligen Persönlichkeiten, für die wir uns halten. Die größte Hürde, die wir überwinden müssen, um vom Alkoholismus zu genesen, ist unser Ego.

Dies gilt gleichermaßen für unsere körperliche, seelische und spirituell-geistige Genesung. Denn wenn wir nicht uneingeschränkt zugeben, daß unser unkontrollierter Gebrauch von Alkohol uns krank gemacht hat, werden wir auch keine Veranlassung sehen, diese Krankheit zu behandeln.

Da wir aus eigenem Antrieb in den Alkoholismus geraten sind und er sich so langsam entwickelt, haben wir starke Hemmungen, ihn als Krankheit anzusehen. So verzögern wir unsere Genesung durch ichbezogene Denkweisen und wiegen uns in falscher Sicherheit.

Es ist ratsam, die Wirkung, die die Arbeit mit den einzelnen Schritten auf uns hat, zu beobachten. Wenn wir uns gegen die Aussage eines Schrittes auflehnen, sollten wir zurückgehen und diesen Schritt intensiv studieren. Die Vorschläge, gegen die wir rebellieren, betreffen oft genau die Dinge, die wir tun sollten.

Die meisten Kranken benötigen eine gründliche Behandlung. Sie werden ihren Chirurgen kaum darum bitten, eine bösartige Geschwulst nur teilweise zu entfernen, denn das ergibt keinen Sinn. Dennoch kommen viele Alkoholiker zu AA und suchen eine nur zeitweilige Erleichterung vom Alkoholismus, der genauso lebensbedrohlich werden kann wie jede andere bösartige Krankheit. Die realistische Beurteilung unserer Krankheit ist der Erste Schritt zur Genesung.

Bevor wir zu AA kamen, waren wir immer unzuverlässig - ob betrunken oder nicht. Waren wir trocken, so konnten wir uns betrinken. Und dann waren wir zu allem fähig. Aber nichts, was wir taten, schien einen vernünftigen Sinn zu haben.

Wir betrachteten Alkohol als lebensnotwendig. Indem wir diese depressiv machende Droge irrtümlich als anregend betrachteten, wurden wir durch ihren Gebrauch zunehmend krank. Wir suchten die wohlige Wärme wieder zu erfahren, die uns der Alkohol einmal gegeben hatte. Blind gegenüber unserer Sucht konnten wir nicht erkennen, daß bewusstseinsverändernde Drogen früher oder später Schmerzen statt Vergnügen hervorbringen müssen; daß wir am Ende durch das Trinken wahnsinnig werden [Korsakow-Syndrom] oder am Alkohol verrecken. Merke: Dieser Tod ist körperlicher Natur und ausgesprochen endgültig.

Ahnungslos haben wir viele schädliche Verhaltensweisen herausgebildet. Diese zuzugeben ist der erste ehrliche Schritt, den AA von uns verlangt. Es ist das einzige, was wir tun können . Schritt Eins empfiehlt, dies zu tun. Sein Sinn ist, uns zu überzeugen, daß wir Alkoholiker geworden sind. Andere Schritte unseres Programms werden uns zeigen, wie wir genesen.

Paradoxerweise erwächst uns aus dem Eingeständnis unserer Schwäche bald eine Quelle neuer Kraft. Tu's jetzt und vermeide künftige Vorbehalte, die dem Erfolg im Wege stehen.

Einige Mitglieder, die sich selbst gegenüber noch immer unehrlich sind, werden ihren Alkoholismus nicht eingestehen. Mit ihrer verschlossenen und rebellischen Denkweise müssen sie weiterhin Nüchternheit durch die trüben Fenster ichbezogener, alkoholisierter Vorbehalte betrachten.

Hören wir auf, uns unserer Genesung zu widersetzen und nehmen den Ersten Schritt ehrlich an, da er sich auf die körperliche Krankheit des Alkoholismus bezieht. Dies wird in drei Absätzen von "Die Meinung des Arztes" [sowie im 2. und 3. Kapitel des Blauen Buches] genau erklärt. Studiere diese Seiten!

Der Arzt, der uns auf unsere Bitten diesen Brief gab, hatte die Freundlichkeit, seine Absichten in einem anderen Dokument weiter auszuführen, das hierfolgt. Er bestätigte in dieser Darstellung, daß wir, die unter den Qualen des Alkoholismus gelitten haben, davon überzeugt sein müssen, daß die körperliche Verfassung des Alkoholikers genauso anormal ist wie sein Denken. Wir waren damit nicht zufrieden, daß man uns sagte, wir könnten deshalb unser Trinken nicht beherrschen, weil wir uns nicht richtig an unsere Lebensverhältnisse anpassen könnten, daß wir immer auf der Flucht vor der Realität des Lebens oder, daß wir letztendlich Verrückte seien. Diese Dinge waren bis zu einem gewissen Grad wahr - bei manchen von uns sogar in beträchtlichem Maße. Wir waren aber auch sicher, daß unser Körper von der Krankheil gleichfalls betroffen war. Nach unserer Überzeugung ist jede Darstellung des Alkoholikers, die diesen körperlichen Aspekt außeracht läßt, unvollständig.

Die Theorie des Arztes, daß wir eine Allergie gegen Alkohol haben, interessiert uns. Da wir Laien sind, mag unsere Auffassung von der Richtigkeit dieser Theorie natürlich wenig Bedeutung haben. Als ehemalige Problemtrinker können wir aber sagen, daß diese Erklärung uns sinnvoll erscheint. Sie erklärt uns vieles, was wir anderenfalls nicht einordnen könnten.

Obwohl unsere Lösung auf der Ebene des Spirituell Geistigen und der Ichlosigkeit liegt, befürworten wir die Aufnahme eines Alkoholikers, der noch zittrig und verwirrt ist, in ein Krankenhaus. In den allermeisten Fällen ist es notwendig, daß das Gehirn eines Menschen erst wieder klar gemacht wird, bevor man sich ihm nähern kann. Er hat dann bessere Chancen zu verstehen und anzunehmen. was wir ihm zu bieten haben.

Viele Fehlschläge in AA hätten vermieden werden können, wenn der Neuling sein Blaues Buch gelesen und die Wichtigkeit einer guten körperlichen Verfassung für seine Genesung verstanden hätte. Die tiefgreifende alkoholische Vergiftung, die wir in unserem Körper aufgebaut haben, kann einer gesunden Lebensweise und guter Gesundheit nicht förderlich sein. Bei unserem Eintritt in AA sollten wir alle Anstrengungen unternehmen, unsere körperliche Verfassung zu verbessern, um uns zu dem seelischen und spirituell-geistigen Fortschritt zu befähigen, den wir später zu machen hoffen.

Gelegentlich treffen wir Leute, die den körperlichen Aspekt der Krankheit Alkoholismus als unwichtig ansehen und unberücksichtigt lassen. Täuschen wir uns nicht. Wir können nicht über einen langen Zeitraum von vielen Jahren Alkohol an die Stelle von Nahrung, Vitaminen, Mineralstoffen und Erholung setzen, ohne dafür körperlich gesehen Strafe zu zahlen.

Jede Droge, die vergiftet, tut dies körperlich. Alkohol ist für Alkoholiker kein Getränk - er ist reines Gift. Wenn wir ihn trinken, werden wir krank. Nimm die körperliche Krankheit vom Alkoholismus weg, und es bleibt nicht viel übrig. Anders gesagt: Es ist unmöglich, Alkoholiker zu werden, ohne Alkohol zu trinken.

Sicherlich, wir sind ebenso seelisch und spirituell-geistig krank. Aber die körperliche Krankheit bringt die meisten von uns zu AA, wo wir dann eins nach dem anderen behandeln, immer nach dem Motto: "First things first - Das Wichtigste zuerst".

Bedenke den altbewährten Spruch: "Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." Die offensichtliche Wahrheit ist, daß wir an Alkoholismus erkrankt sind. Davon können wir genesen, aber es gibt keine Heilung [in dem Sinne, daß wir irgendwann wieder gefahrlos trinken könnten]. Unsere Allergie dem Alkohol gegenüber ist und bleibt unkontrollierbar. Zufriedene Nüchternheit ist nun lebenswichtig für uns.

Wir haben doch den Mut gehabt, mit dem Trinken immer wieder anzufangen, obwohl uns die Katerstimmung und die üblen Gefühle im Entzug am nächsten Tage sicher waren. Warum verwenden wir diesen Mut nicht, um uns der Wirklichkeit zu stellen und jetzt unseren Genesungsweg zu beginnen? Es hat keinen Sinn zu warten. Unser nächster Rausch könnte sich als tödlich erweisen.

Solange wir dieser Erkenntnis ausweichen, kann uns AA nicht helfen. Aber wenn wir ihr ins Auge blicken, verwandeln wir den halbherzigen Wunsch, heil und gesund zu werden, in feste Entschlossenheit. Neues Vertrauen und Hoffnung inspirieren uns - wir sind auf dem richtigen Weg.

Der Erste Schritt versieht unseren Genesungshocker mit einem starken Bein, aber weil der Hocker mit einem Bein wertlos ist, wollen wir uns nun dem Zweiten Schritt zuwenden, um weitere Hilfe zu bekommen.

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