1. Mai 

Es gibt nicht so etwas wie einen „Besten“ in einer Welt, die aus unzähligen Individuen besteht. (Hosea Bellou) 

Die Gesellschaft, in der wir leben, wird von der Vorstellung des Wettbewerbs bestimmt. „Wir sind die Nummer eins“ wird täglich durch die Werbung und durch Sportereignisse in unsere Ohren getrommelt. Die Botschaft lautet, dass wir „besser sein“, dass wir etwas „Besseres haben“ müssen als andere, wenn wir auch nur einen Funken Stolz besitzen. Die einzige Alternative wäre demnach das Scheitern, die Niederlage. 

Doch menschliches Verhalten kann nicht nach diesem Leistungssystem beurteilt werden. Wie könnten wir je mit Sicherheit sagen, wer der beste Zuhörer ist, wer die meisten Einsichten hat, wer das stärkste Mitgefühl? In jedem beliebigen Augenblick ist das, was für uns das Beste ist, für einen anderen vielleicht gar nicht das Beste. Wenn es direkt zu Herzen geht, ist ein einfaches Wort bei einem unserer Treffen zugleich auch das beste. Wenn jemand, den wir kaum kennen, von der anderen Seite des Raumes nickt und uns zulächelt, dann ist dieses Lächeln hier und jetzt für uns das beste. Die ausgestreckte Hand, das kurze Wort, das uns ermutigt, wird nie als die „Nummer eins“ über den Bildschirm verkündet, wird nie im Buch der Rekorde aufgezeichnet werden als die Hilfe, die besser war als alle anderen. Für uns aber ist sie die beste. 

Ich bin von vielerlei Segnungen umgeben. Ich brauche nicht woanders nach dem zu suchen, was ich benötige.