10. Januar 

Es ist der innere Frieden, mein Freund, den wir finden müssen. (Theokrit) 

Was könnte wertvoller sein als innerer Frieden? Wenn man ihn besitzt, sind keine anderen Schätze mehr notwendig. Wenn nicht, sind alle Schätze der Welt nicht genug. In der Tat gibt es keinen menschlichen Zustand, der wünschenswerter wäre. 

Alle Sprachen enthalten Wörter für das tiefe Gefühl der Gelassenheit, das gleichbedeutend ist mit innerem Frieden. In Liberia spricht man von ihm in Begriffen, die, wörtlich genommen, lauten: „Mein Herz setzt sich nieder.“ In anderen Teilen Afrikas wird er „Gesang des Körpers“ genannt oder: „..wo das kühle Wasser fließt“. Egal, welche Sprache man betrachtet – die Empfindung ist die gleiche. 

Innerer Frieden ist nicht etwas, für das wir einfach nach draußen gehen müssten, um es zu bekommen. Er ist Folge unseres Tuns, unserer unablässigen Bemühung. Dieser Frieden ist Belohnung dafür, dass wir unser Leben und unseren Willen der Fürsorge Gottes unterstellen, wie wir ihn verstehen. So können wir das Notwendige tun. Und wenn wir unsere Schamgefühle nicht mit einer Essorgie betäuben, wird der innere Frieden uns schließlich belohnen. Wenn wir die Beziehung zu einem anderen Menschen bewahren, obwohl wir weglaufen wollten, bescheren wir uns das Gefühl von Frieden. Wenn wir eine Hand ausstrecken und unser Herzu zur Welt hin öffnen, nachdem wir vorhatten, uns zu verstecken, ist der Gewinn der tiefe Frieden in uns. 

Heute will ich mich darauf vorbereiten, inneren Frieden zu empfangen. Ich will Gott im voraus danken, dass er ihn mir schenkt.