11. Januar 

Ärger kann ein Problem genauso gut klären wie ein Windstoß einen Papierstapel ordnen kann. (Susan Marcotte) 

Manche von uns neigen zu Wutausbrüchen. Wie dunkle Wolken drohen wir, uns augenblicklich zu entladen. Andere Menschen suchen dann bei uns nach Sturmwarnzeichen. Sie wollen Zeit gewinnen, um sich in Sicherheit zu bringen oder wenigstens gewappnet zu sein gegen unseren Angriff. Denn wir haben sie schon einmal überrascht, und das mochten sie nicht. Jetzt haben sie gelernt, vorsichtig zu sein und auf Zehenspitzen zu gehen, wenn wir in der Nähe sind. Aber es ist doch eine dürftige Art, mit anderen umzugehen, indem wir sie einschüchtern – und froh stimmen nur durch unsere Abwesenheit: weil sie sich erst dann richtig entspannen können. 

Was bringen uns diese Zornesausbrüche? Einige Minuten lang das billige Gefühl, Macht oder Kontrolle zu haben? Geben wir einfach der Welt bekannt, dass unsere Fähigkeit, mit den Dingen fertig zu werden, begrenzt ist? Oder reden wir uns selbst ein, dass Dampf ablassen eben manchmal nötig sei? Aber vergessen wir dabei nicht gerne, dass dieser Dampf anderen Menschen ins Gesicht bläst? 

Keine Schimpfkanonade hat je ein Problem gelöst. Wut ist keine Methode. Wir haben nicht das Recht, unseren Ärger auf andere abzuladen, die selbst genug mit sich zu tun haben. Unser Programm kann uns lehren, unsere Emotionen besser im Zaum zu halten und dabei ehrlich und gerecht zu verfahren – gegenüber uns selbst und anderen. 

Heute bitte ich meine Höhere Macht darum, dass ich im Herzen friedliebend und ehrlich bin.