11. Mai 

Alles in der Natur ist Zeichen einer geistigen Wirklichkeit. (Ralph Waldo Emerson) 

Unsere Geistigkeit offenbart sich nicht nur, wenn wir beten, meditieren oder in die Kirche gehen. Ihr Kern reicht viel tiefer, ihre Bedeutung ist viel weiter gespannt. Nahezu alles, was wir tun, spiegelt die Gegenwärtigkeit oder die Abwesenheit der spirituellen Dimension in unserem Leben wider. 

„Wann ist etwas genug?“ lautet eine grundlegende spirituelle Frage. Wenn wir uns selbst nicht genug sind, können all die Lebensmittel, Drogen und materiellen Dinge in der Welt niemals genug sein. Das Wissen um den Wert einer Sache ist ein Zeichen des Geistigen. – „Worin gründet meine Sicherheit?“ ist eine weitere solche Frage. Wenn sie von meinem sozialen Status oder dem Beifall der Menge abhängt, so ist das auch eine Aussage über meinen spirituellen Zustand. Wir zeigen unsere Geistigkeit, wenn wir lächeln und andere leicht am Rücken berühren, aber auch, wenn wir Klatsch verbreiten und rassistische Witze erzählen. 

Unsere Art der Geistigkeit bestimmt und prägt uns. Wir brauchen nicht jedem zu sagen, wie spirituell wir doch sind – die, die in unserer Nähe sind, wissen es immer schon. 

Ich strebe danach, von nun an mein geistiges Sein zu vertiefen, zu erweitern – aber ich denke auch daran, dass es in allem, was ich heute tue, widergespiegelt wird.