11. September 

Die Hand, die die Peitsche schwingt über unserem Kopf, ist meistens unsere eigene. (Harvey Eagan) 

Wir müssen lernen, so geduldig mit uns selbst zu sein, wie Gott es mit uns ist. Das ist eine hohe Anforderung für Menschen, die es in ihrer Kindheit allen recht machen mussten und die, beinahe definitionsgemäß, in ihrem Innern keine Unvollkommenheit dulden können. Anstatt der Mahnung: „Sei perfekt, und zwar sofort“ Folge zu leisten, müssen die meisten von uns viel weniger kritisch mit sich selbst umgehen. Wir haben es nötig, uns eine Ruhepause zu gönnen. 

Wenn wir es uns selbst nachsehen, dass wir menschlich sind, handeln wir so wie Gott uns gegenüber. Gott weiß, wer und was wir sind. Er erwartet keine Perfektion. Wir sind diejenigen, die das tun. 

Zugleich die Rolle des Zuchtmeisters und des Prügelknaben zu spielen, überfordert jeden. Es ist dies ein Beispiel einer klassischen Konfliktsituation, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint und die so viele Menschen mit einer gestörten Beziehung zur eigenen Kindheit quält. 

Wir müssen lernen, weder Tyrann noch unterwürfiges Opfer zu sein. Die Aufgabe besteht darin zu lernen, gesunde Grenzen zu setzen – und dass wir, weil wir besondere Menschen mit dem Anspruch auf wunderbare Dinge sind, uns selbst nicht schlecht behandeln dürfen durch unrealistische Erwartungen oder indem wir unsere Erfolge schmälern. 

Heute will ich meine Erwartungen prüfen und meine Erfolge feiern..