13. Dezember 

Wenn du einen Fluss eindämmst, steht er still. Fließendes Wasser ist wunderbares Wasser. Also sei durchgängig für alles Fließende. (Englisches Sprichwort) 

Der Schmerz hat eine laute Stimme. Wenn wir leiden, richten sich unsere Energien und unsere Aufmerksamkeit naturgemäß nach innen. Wenn wir verletzt sind und bluten, kümmern wir uns nicht um so profane Dinge wie den Preis für Benzin. 

Es ist so, wie es sein soll. 

An einem gewissen Punkt jedoch ist der intensive Blick nach innen nicht mehr notwendig – ja, er kann sogar das Gegenteil bewirken. An dieser Stell müssen wir über uns selbst hinausschauen und bereit sein, anderen in ihrem Heilungsprozess beizustehen. 

Die allzu schnelle, auf unbegründeten Schamgefühlen basierende Antwort eines Menschen, dem in der Kindheit nichts geschenkt wurde, lautet: „Aber ich habe nichts, das ich geben könnte. Ich kann mich kaum selbst über Wasser halten“. Das aber ist nicht der Fall. 

Die meisten von uns haben gelitten. Wir können uns gegenseitig davon erzählen. Wir können viel Unterstützung und Verständnis empfangen aus dieser Gabe, sich mitzuteilen und anderen bei der Heilung zu helfen. Im Maße, wie wir gelernt haben, uns durch das eigene Leid hindurchzukämpfen und ein Gefühl innerer Stärke an den Tag zu legen, so können wir anderen damit kundtun, dass keiner von uns ein Opfer seiner Vergangenheit sein muss. 

Gott liebt und akzeptiert mich so, wie ich bin – ich will es auch so halten.