13. Juli 

Ich habe nie bemerkt, wie oft ich die Wörter „bloß“ und „nur“ verwendete. (Mary Pat K.) 

Die Menschen, die eine schwierige Kindheit hinter sich haben, leben heute oft mit unbegründeten Schamgefühlen. Das zeigt sich etwa daran, dass wir unsere Leistungen, Gefühle, Bedürfnisse oder Meinungen herabsetzen. Dahinter verbirgt sich die Empfindung, wir seien und wir könnten nichts Besonderes. Und so stellt sich heraus, dass wir immer einen Weg finden, uns selbst schlecht zu machen, was immer wir auch tun. 

Die zwei Wörter, die wir andauernd verwenden, sind: „bloß“ und „nur“. Wir sagen etwa: „Unser Haus hat nur zwei Schlafzimmer.“ Oder: „Ich habe nur eine Goldmedaille auf der Landesausstellung bekommen, und meine Tomaten wurden überhaupt nicht prämiert.“ Oder: „Ich werde bloß diese Reste essen, du kannst die Steaks haben.“ 

Auf solche Weise geben wir zum Ausdruck: „Ich zähle nicht.“ 

Natürlich aber zählen wir. Wie befreiend es doch ist, sich zu einem Punkt zu entwickeln, wo wir sagen können: „Ich bin erst einmal auf der Leistungsschau gewesen, und schon habe ich einen Preis gewonnen. Ich bin stolz auf mich.“ Oder: „Nein, ich will die Reste auch nicht. Lass uns das Steak gemeinsam essen.“ 

Wir verstärken die herablassende Einstellung gegenüber uns selbst, wenn wir abfällige Wörter benutzen. Wir haben bessere verdient. 

Heute werde ich meine Leistungen oder Bedürfnisse nicht herabsetzen. Ich werde einem anderen meine ehrliche Meinung sagen zu einer Sache, die wichtig für mich ist.