14. Juni 

Den Kampf, mein Herz, gewinnt nicht nur der Starke, sondern auch – und vor allem – der Wachsame. (Patrick Henry) 

Wenn Menschen, die im Begriff sind, zu sich selbst zu kommen, den Wahlspruch benutzen: „Mach niemals Kompromisse“, so ist damit keine Aufforderung zur Perfektion (und also zum Misserfolg) gegeben, sondern eine auf Tatsachen beruhende Feststellung, wie es zu Ausrutschern kommen kann. 

Niemand stolpert über die riesigen Hindernisse; wir stolpern über eine Kleinigkeit und dann über die nächste. Wenn wir uns nur ein wenig darauf einlassen, passiv zu sein oder aufgrund von unbegründeten Schamgefühlen zu handeln oder uns destruktiven Beziehungen hinzugeben, lassen wir es zu, dass möglicherweise das Ziel verloren geht und wir durch eine Hintertür uns entfernen. 

Wenn wir abschweifen und irgendwie unentschlossen sind, werden wir vielleicht den Kompromiss, der sich gerade anbietet, um die Hintertür noch ein Stück weiter zu öffnen, gar nicht bemerken. Bald jedoch, und ohne dass wir dies ja beabsichtigt hätten, finden wir uns wieder in einer Situation vor, die ein einziger Kompromiss ist. Wenn wir nicht Acht geben auf das, was wir tun, wird aus einer Kleinigkeit eine unübersehbare Kette von Hindernissen. 

Heute bin ich fähig, die Versuchung zu Halbheiten klar zu erkennen, die ich gestern nicht einmal hätte wahrnehmen können.