14. Juli 

Ein Mensch ist der Perfektion am nächsten, wenn er seine Bewerbungsunterlagen ausfüllt. (Stanley J. Randall) 

Wenn es nicht den Vergleich mit den Schmidts von nebenan gäbe, vielleicht würden wir uns dann nicht so hart beurteilen. Wir würden uns nicht so sehr anstrengen, wenn sie nicht perfekte Eheleute, Eltern und Mitglieder der Gesellschaft wären. Aber wir sehen die Schmidts nur als vollkommene Familien an, und diese imaginäre Größe ist der Maßstab, den wir an uns selbst anlegen. 

Offensichtlich muss man sich mit den Schmidts befassen. Sie machen uns alle einfach verrückt. Wer will schon entmutigt und eingeschüchtert werden, wen verlangt es nach einer strapaziösen Jagd? Das Problem besteht darin, dass die Schmidts nicht in der realen Welt leben, sondern in unserer Vorstellung. Sie sind die Idole, die wir erschaffen, um besser hassen zu können. Sie sind die unmöglichen Bilder, die wir aus einer Vielzahl von persönlichen und abartigen gründen benutzen, um unser Minderwertigkeitsgefühl zu verstärken. 

Natürlich sind die Schmidts in Wirklichkeit ganz anders. Die Vollkommenheit, die wir bei anderen Menschen vorzufinden glauben, ist ungefähr so echt wie das Gespenst aus Besenstiel und Laken. Die Frage lautet nicht: „Warum sind wir nicht so wie die Schmidts?“ Wir sollten eher dieses beantworten: „Warum habe ich es nötig, irgendwelchen Phantasien über die Schmidts nachzuhängen?“ 

Heute will ich meine Fortschritte nach meinen eigenen Maßstäben beurteilen. Ich werde nach meinen eigenen Spielregeln laufen und auf meine eigene Art leben.