15. November 

Man hilft anderen am meisten dadurch, dass man das tut, was einem selbst am meisten helfen würde. (Catherine Burford North) 

Eine unserer neurotischen Verhaltensregeln lautet, dass wir verantwortlich sein müssen für die Gesundheit, den Reichtum und das Glück anderer Menschen. Wenn wir dieser Regel über Jahre hinweg gehorchen, verzehrt uns die Frage: „Was muss ich tun für andere?“ oft ein ganzes Leben lang. 

Aber wir können nur geben, was wir zu geben haben – also uns selbst. Besessenes, sklavisches Dienen ist keine Gabe; es ist eine angepasste Reaktion auf das Leben. Der Versuch, Liebe zu kaufen mit Geschenken, die wir uns nicht leisten können, ist unverantwortlich, nicht generös. 

So seltsam es klingen mag: Unsere eigene geistige Gesundheit ist zweifellos das größte Geschenk, das wir einem anderen machen können. Das bedeutet: Wenn wir tatsächlich denen, die wir lieben, einen Gefallen tun wollen, dann werden wir Sorge tragen für uns selbst. 

Und wer weiß? Vielleicht sind gerade wir der Ausdruck an geistiger Gesundheit und innerer Balance, der notwendig ist, um einen anderen zu beseelen. 

Heute bitte ich um ein tiefes Verständnis des alten Sprichworts: „Die Nächstenliebe beginnt bei einem selbst“. Ich anerkenne mein Bedürfnis nach meiner eigenen Nächstenliebe.