15. Dezember 

Große Werke werden nicht durch bloße Kraft vollbracht, sondern durch Beharrlichkeit. (Samuel Johnson) 

Manchmal muss eine Beziehung aufgelöst werden, weil sie an ihr Ende gekommen ist. Obwohl wir vielleicht lange mit jemandem zusammen waren oder sogar von dieser Person abhängig sind, wissen wir, dass wir Schluss machen müssen. Es geschieht uns zuliebe. Dem Anderen zuliebe. Der inneren Heilung zuliebe. 

Die Versuchung, dabei einfach nur herumzureden, mag sehr groß sein: Wir können behaupten, alles sei vorbei – und doch noch den anderen wieder sehen. Wir können die Sache für beendet erklären – und weiterhin alte Liebesbriefe lesen, um das Haus des anderen herumfahren und häufig an jene Orte zurückkehren, die „wir“ immer aufsuchten. 

So verständlich diese Verhaltensweisen sind und so stark die panische Angst und der Schmerz über das Ende einer Beziehung auch sein mögen – keine dieser Handlungen macht die Trennung zur vollendeten Tatsache. Die Tür nur einen Spaltbreit offen zu halten, bedeutet, dass es keine Trennung gibt. Trennung heißt: Getrennt sein. Trennung heißt Ende. 

Wenn die Vergangenheit nicht abgeschlossen wird, ist die Zukunft nicht offen. Das Leid mag zunächst überwältigend sein – aber wenn es nötig ist, eine Beziehung zum Abschluss zu bringen, müssen die Schritte dafür unternommen werden. 

Heute lege ich meine Angst vor Trennungen und meine Angst davor, einen Schlussstrich zu ziehen, in die Hände meiner Höheren Macht.