16. Juli 

Die „Möglichmacher“ sind die schlimmsten Feinde gerade der Menschen, die sie am meisten lieben. (Carrie R.) 

Die „Möglichmacher“ sind diejenigen unter uns, die die Verantwortung übernehmen, andere Menschen vor Leid zu schützen. Wenn jemand in unserer nähe sich niedergeschlagen oder unglücklich fühlt, glauben wir, es sei unsere Aufgabe, seine oder ihre Stimmung zu heben. 

Trotz der guten Absicht hat unser Verhalten, etwas Gutes zu ermöglichen, eine negative Seite: Indem wir die anderen vor Schmerz bewahren, halten wir sie auch von einem wunderbaren Lehrmeister und Antreiber fern: der Erfahrung. Wir verhindern, dass sie Verantwortung tragen und mit den Konsequenzen ihrer Entscheidung zurechtkommen. Sobald die „Möglichmacher“ – selbst wenn sie aus Liebe handeln – die Szene erstürmen, rauben sie den geliebten Wesen die Motivation, eine Veränderung im eigenen Leben vorzunehmen, die notwendig sein könnte. 

Der Prozess der Selbstfindung bedarf des Wandels, und dieser setzt oft ein mit der Erfahrung einer inneren Kehrtwendung. Solche Ereignisse können tief mit Schmerz verbunden sein. Wenn wir „Möglichmacher“ immer da sind, um den Sturz aufzufangen – wie sollten dann die geliebten Menschen mit den konkreten Begebenheiten im Leben bekannt gemacht werden? Unsere eigene innere Entwicklung ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass die, die uns genügend liebten, uns auch die schmerzlichen Folgen von Fehlern erfahren ließen. Wir können diese Haltung des liebevollen Sich-Loslösens anderen zuteil werden lassen. 

Heute will ich es geschehen lassen, dass andere mit ihren eigenen Entscheidungen leben.