17. Januar 

Nun, da ich nicht mehr verrückt spiele, kann ich akzeptieren, dass ich mich manchmal einfach verrückt fühle. (Sandy B.) 

Nein zu sagen zu sich selbst kann einen größeren Beweis von Mut darstellen, als hastig aus einem brennenden Haus ein Kind zu retten. Die heldenhafte Rettungstat mag spontan, fast unfreiwillig erfolgen und schon vollendet sein, bevor Zeit für eine wohl überlegte Einschätzung der Lage ist. Aber ganz anders verhält es sich im ersteren Fall. Bewusst den eigenen Willen herauszufordern, ist niemals eine Frage von Spontaneität. 

Vielleicht fühlen wir uns am ersten Tag wie verrückt, wenn wir uns so gewohnte und angenehme Dinge wie Zigaretten oder Aufputschmittel versagen. Nach dem ersten, fünften oder fünfundzwanzigsten Mal, da wir uns in Enthaltsamkeit üben, werden wir uns wohl völlig kaputt fühlen. Die ersten Bemühungen, Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen, können bewirken, dass wir uns selbst fremd werden und den inneren Faden verlieren – so, als ob wir beschlossen hätten, durch unser übriges Leben auf Händen statt auf Füßen zu marschieren. 

Aber verrückt sein heißt: nicht aufhören, nach dem zu fragen, was wir nicht wollen. Wenn, für gewisse Zeit, eine gesunde Handlung von verrückten Gefühlen begleitet werden muss – so soll es eben sein. Wenn wir dieses Paradox akzeptieren und trotzdem Fortschritte machen, dann reihen wir uns ein unter jene Helden, die keine Orden bekommen. Nie könnte ein solcher Orden zureichend veranschaulichen, welch heftige innere Kämpfe hier stattfinden. 

Heute bitte ich meine Höhere Macht um eine genauere Vorstellung von dem, was mir zu tun aufgegeben ist.