17. Juni 

Niemand kann auf dir herumtrampeln, wenn du nicht am Boden liegst. (Sylvia L.) 

Eine Frau erzählte der Gruppe von den Problemen, die sie mit ihren Kindern hatte. Anscheinend taten sie nie das, was man ihnen sagte, gingen nicht zur Schule, wenn sie keine Lust dazu hatten, und waren oft beleidigend, wenn sie den Mund aufmachten. Überhaupt stellten sie so ziemlich alles an, was ihnen gefiel. Natürlich litt ihre Mutter sehr darunter. Als selbst mit einer schwierigen Kindheit Belastete, bat sie die Gruppe um Orientierungshilfen. 

Eine der Teilnehmerinnen, die ruhig dagesessen hatte, formulierte wie beiläufig diese wunderbare, weise Einsicht: „Niemand kann auf dir herumtrampeln, wenn du nicht am Boden liegst. Wenn du die Fußabdrücke auf deinem Rücken nicht magst – warum stehst du dann nicht einfach auf?“ 

Die leidgeplagte Mutter wollte das wahrscheinlich nicht hören, aber es war die Wahrheit. Zuweilen neigen wir alle dazu, die Widerspenstigkeit und den Egoismus der anderen für unsere Probleme mit ihnen verantwortlich zu machen. Aber die Kehrseite – also die, an der wir etwas ändern können – hat vor allem mit unserer eigenen passiven Einstellung zu tun. 

Heute bitte ich meine Höhere Macht, mich zu unterstützen bei der Durchsetzung meiner Rechte. Heute werde ich es nicht zulassen, dass man mich beleidigt.