18. November 

Die süße Erinn´rung an den Gerechten
Wird blühn, wenn er im Staube schläft.
(Nahum Tate) 

Der Volkstrauertag gibt Anlass zum Gedenken an jene, die um unserer Freiheit willen den höchsten Einsatz bereitwillig gaben: das Leben selbst. Je nachdem, welche Rolle Kriegserfahrungen für uns selbst oder für die uns nahen Menschen spielen, schenken wir diesem Tag, so wie er kommt und geht, viel oder wenig Beachtung. 

Menschen; die im Begriff sind, das Kind in sich wieder zu entdecken und langsam zu sich zu finden, können diesem Tag dadurch Bedeutung geben, dass sie an jene denken, die vor ihnen gegangen sind – sowohl an die, die starben, ohne zu wissen, dass so etwas wie Selbstfindung möglich sei, als auch an die, die teuer bezahlten für solche Möglichkeiten, über welche wir heute verfügen. 

Die Treffen, die wir besuchen, wurden irgendwo zum ersten Mal einberufen von jemandem, der zweifellos unentschlossen und unsicher war. Die ersten, die sich selbst als „geschädigte Kinder“ erkannten und mit sich kämpften, um ihre Geschichte erzählen zu können, sind vielleicht noch – oder vielleicht auch nicht mehr – am Leben. Sehr wahrscheinlich erinnert sich kaum jemand an sie, wenn sie überhaupt je bekannt wurden. 

Uns stehen heute zahlreiche Segnungen zur Verfügung, weil gestern jemand bereit war, den Preis zu zahlen. Wir wollen dankbar derer gedenken, die den Weg freimachten, den wir jetzt gehen. 

Heute fühle ich mich eins mit allen, die ihre Kindheitsprobleme bewältigen wollen. Ich bin dankbar für die Chancen, die sie für mich geschaffen haben.