18. März 

Beurteile einen Menschen eher nach seinen Fragen als nach seinen Antworten. (Voltaire) 

Lernen heißt: mehr und mehr fähig werden, sinnvolle Bobachtungen zu machen, etwa: „ach so! Deshalb hat der Lehrer gesagt, dass man das so macht!“ oder: „Jetzt hab ich´ s! Es ist dieser Befehl, nicht jener, der das Programm steuert“. Meistens sind wir dann fähig, die richtigen Fragen zu stellen, wenn wir den Unterschied erkannt haben. 

Wir können zum Beispiel die Tatsache einer Scheidung nicht mehr ändern, aber wir sind in der Lage, mit der Einsamkeit schöpferischer umzugehen. Wenn wir klein von Wuchs sind, können wir uns selbst nicht größer machen, aber doch mit den unsensiblen Späßen, die wir über uns ergehen lassen müssen, allmählich besser fertig werden. Wenn jemand gestorben ist, so können wir diesen Menschen nicht wieder zu Leben erwecken, aber gerade durch das verzweifelte Gefühl, das uns befällt, Kraft finden für einen Neuanfang. Lautet demnach die richtige Frage: Wirt Gott die Geschehnisse rückgängig machen? Oder nicht eigentlich so: Wird Gott uns die spirituelle Kraft schenken, dass wir mit dem Gegebenen zurechtkommen? 

Wenn wir bisher Gott baten, er möge uns Schmerz ersparen, sollten wir es jetzt vielleicht mit einer anderen Frage versuchen: Wird Gott uns durch den Schmerz führen mit dem Ziel, dass wir ein umfassenderes Verständnis vom Leben erhalten? 

Ich will lernen, der Höheren Macht und der Richtung, die sie meinem Leben gibt, mehr zu vertrauen.