19. Oktober

Ein Missetäter ist oft jemand, der etwas unterlassen hat - nicht immer der, der etwas verbrochen hat. (Marc Aurel)

Einige von uns leben schon so lange mit dem Gefühl, ihren geschehe Unrecht, dass der Gedanke, selbst es jemand anderem zugefügt zu haben, für sie kaum vorstellbar ist. Sie sind derart festgelegt auf die Rolle des Opfers, dass sie sich schwer tun, die eigene Aggression anzuerkennen. Aber viele spielen beide Rollen, ob aktiv oder passiv, direkt oder indirekt. Wir alle müssen für etwas um Entschuldigung bitten.

Weil wir ständig denken, dass wir die Entschuldigungen verdienen, anstatt sie anderen schuldig zu sein, sind wir nicht sehr schickt darin, um Verzeihung zu bitten. Die einfachen Wörter: "Es tut mir leid. Ich habe mich geirrt", kommen uns nicht leicht über die Lippen. Mehr als andere neigen wir vielleicht dazu, unsere Fehler zu rechtfertigen wegen all des Unrechts, das uns angetan wurde. Aber es ist wichtig für den Prozess innerer Heilung, dass wir lernen, die Verantwortung zu übernehmen, wenn wir andere Menschen verletzt haben. Indem wir aufrichtig und sofort unsere Fehler eingestehen, üben wir uns in einer gesunden Demut und reißen eine weitere Grenze zwischen uns und der übrigen Menschheit ein.

Vorenthaltene Entschuldigungen sind unbezahlte Schulden. Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn wir unsere Schulden begleichen - es ist ein deutliches Zeichen von Verantwortlichkeit.

Ich bin verantwortlich - für das, was ich tue, und für das, was ich unterlasse.