2. Januar 

Demütig sein heißt, dass man sich selbst richtig einschätzen kann. (Charles Haddon Surgeon)

Was ist notwendig, dass wir in der Lage sind, Stolz einzutauschen gegen Demut? Zuallererst müssen wir die lächerliche Farce beenden, wir seien nichts wert. Der Satz: „Ich tauge nichts“ ist oft ausgesprochen worden im Namen der Demut. Aber diese Worte – oder solche, die das gleiche Empfinden ausdrücken – verraten nur Nachgiebigkeit gegenüber einem selbst: sie sind Ausweichmanöver.

Der eigentliche Inhalt der Demut wird vom „Gebet der Gelassenheit“ zusammengefasst. Schenk mir, Gott, die Fähigkeit, jene Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, das zu ändern, was in meiner Macht steht, und die Weisheit, den Unterschied zwischen beiden zu erkennen.

Demut ist Wahrheit. Demütig sein heißt: die eigenen Grenzen wirklich kennen, herausfinden, was veränderbar ist, und verstehen, dass alle guten Dinge möglich sind mit Hilfe unserer Höheren Macht.

Übermäßiger Stolz verhindert diese Bereitschaft zur Einsicht, weil er die Wahrheit verhindert, und diese besteht eben darin, dass einige Dinge unveränderlich sind. Wenn wir diese Tatsache verschleiern, erleben wir viele Enttäuschungen und eine Menge Ärger – jedenfalls nicht die tiefe Demut.

Heute bitte ich Gott demütig um die Einsicht, das, was ist, als gegeben zu nehmen, und das, was nicht ist, loszulassen.