2. Dezember 

Die Sorge ist ein geistiger Zustand, der auf Angst beruht. (Napoleon Hill) 

Eine Hauptaufgabe der Selbstfindung besteht darin, viele der sinnlosen, womöglich neurotischen Verhaltensmuster, die wir uns angeeignet haben, mit anderen Bezeichnungen zu versehen. Zum Beispiel jene unter uns, die von einem Berg von Sorgen umgeben sind, bezeichnen ihn nie als solchen – wir sagen ganz einfach: Es geht uns gut. 

Es ist nicht schwer, irgendein sinnloses Verhaltensmuster zu rechtfertigen, das in unseren Herzen und Köpfen beheimatet ist. Wir lassen es einfach in einem anderen Licht erscheinen und benennen es um. Die Sorge jedoch ist ein Ausdruck der Angst – Angst vor dem Glücklichsein, vor dem Erfolg, davor, mit den alten Grundsätzen zu brechen, wonach das Leben eine Schinderei und das Glück etwas Unwirkliches sein soll. Wenn wir unser Leben nicht ganz genau betrachten, akzeptieren wir diese Vorstellungen als Normen, denen wir gehorchen. 

Durch das Licht der Vernunft kommen wir oft dahin, zu erkennen, dass einige dieser „Regeln“, denen wir Folge leisten, überhaupt keinen Sinn ergeben. Wir machen allmählich die Angst im Hintergrund aus, aber wir sehen auch, dass diese Angst in der objektiven Wirklichkeit keine Grundlage hat. An diesem Punkt steht es uns frei, eine Entscheidung darüber zu treffen, welchen Weg wir einschlagen werden. 

Die Angst ist der Begleiter derer, die einsam sind. Ich bin jetzt nicht allein, und ich fürchte mich auch nicht.