20. Januar 

Das Programm, das unseren Sitzungen zugrunde liegt, hat mir die schönsten Tage geschenkt, die ich je hatte. Aber wenn ich über all die verlorene Zeit davor nachdenke, werde ich immer noch ganz traurig. (Jane S.) 

Den Unterschied zwischen gestern, heute und morgen zu benennen,  mag für die meisten einfach sein, aber nicht für die Mehrzahl von uns, die wir eine schlimme Kindheit hatten. Unsere eigene Vergangenheit hat die Tendenz, Gegenwart wie Zukunft zu überschatten. Bis wir die Linie zu ziehen vermögen zwischen Damals und Jetzt, breitet die Düsterkeit des „Es war einmal“ sich aus und verteilt sich wie schädlicher Rauch oder Ekel erregender Geruch. Die Vorstellung eines möglichen „Was wird sein“ ist ausgelöscht. 

Wo endet das Gestern, wo beginnt das Heute? Für uns ist das vielleicht die zentrale Frage, die mit unserer Heilung in engem Zusammenhang steht. Unsere Auseinandersetzung kreist nämlich um das Thema Grenze: was sie bedeutet und wo sie verläuft. 

Egal, wie unbefriedigend und sinnlos die Vergangenheit gewesen sein mag: Unsere Zukunft ist ohne Makel. Wenn wir gedanklich Abschied nehmen von der Vergangenheit, können wir anfangen, unsere eigene Geschichte neu zu schreiben und ein bisher unbekanntes Bild von uns selbst zu entwerfen. 

Jeder Tag ist neu – rein und glänzend von all den Möglichkeiten. Die Zukunft ist ein langer Faden, an dem solche Tage aufgereiht sind. In dem Maß, wie unsere Wahrnehmung der Zeit sich korrigiert, wie wir lernen, das Gewesene anzunehmen und vorauszuschauen ins Künftige, sind wir fähig zur Konzentration auf das Heute. Dieses kosten wir dann aus. 

Heute will ich die schlimmen Tage der Vergangenheit als faule Äpfel betrachten. Ich will sie aus meiner Steige entfernen, um die künftigen, neuen Tage zu schützen.