21. April 

Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? (Matthäus 7,3) 

Jedermann weiß: Es ist leichter, nach außen als nach innen zu blicken. Die charakterlichen Mängel der anderen oder ihre Gewohnheit, von allem schlecht zu denken, stehen uns meist so deutlich vor Augen wie leuchtende Neonschriften an der Wand. Unsere eigenen Schwachstellen und toten Punkte sind viel schwieriger herauszufinden. Dieser Unterschied unseres „Sehvermögens“ ist eine Tatsache: Wir müssen damit leben, dass wir zu Blindheit neigen, wenn wir uns selbst betrachten. 

Was wir aber nicht hinnehmen dürfen, das ist die Neigung, Gefallen an den Fehlern anderer zu finden. Durch gewisse Übung können wir die Fähigkeit, die Probleme anderer Menschen aufzuzeigen und sie so schlau unseren Freunden darzulegen, derart beherrschen, dass unsere herablassenden Bemerkungen sehr geschickt wirken und zur allgemeinen Unterhaltung beitragen. 

Aber andere können unsere Außenseite so klar sehen wie wir die ihre. Wir alle sind Glashäuser. Wir alle sind anfällig gegen jene, die Steine werfen. 

Ich will daran arbeiten, immer das Positive in anderen zu erkennen, egal wie sehr mir ihre Fehler ins Gesicht springen.