21. Juni 

Die Ehe kann man mit einem Käfig vergleichen: die Vögel draußen wollen verzweifelt hinein, und die drinnen wollen verzweifelt heraus. (Montaigne) 

Das Wort „Ehe“ gehört gewiss zu den Wörtern unserer Sprache, mit denen die größte Verwirrung der Gefühle verbunden ist. Einige von uns neigen dazu zu glauben (vielleicht sind sie sogar davon überzeugt), dass die Ehe ein totaler Schwindel sei und dass die „glückliche Ehe“ einen Widerspruch in sich selbst darstelle. Dennoch gibt es glücklich verheiratete Menschen. Einige von uns denken, dass wenn sie nur verheiratet wären, alle Probleme der Vergangenheit angehörten – besonders die Einsamkeit. Trotzdem leben einige der einsamsten Menschen dieser Erde in ehelicher Gemeinschaft. 

In gewissem Sinn ist das Verheiratetsein ein Zustand wie das Reichsein – es geht nicht so sehr darum, ob wir es sind oder nicht, sondern wie wir auf die Situation reagieren. Wenn eine Ehe gesund ist, kann sie ein mächtiger Schutzwall sein gegen die Einsamkeit. Doch wenn sie krankt, sind alle arten des Kummers im Bereich des Möglichen. 

Das Streben nach Glück hängt nicht davon ab, ob wir verheiratet sind oder nicht, sondern von der Achtung, die wir uns selbst entgegenbringen. Wenn wir auf dem Weg nach innen, zu uns selbst sind und gut von uns denken, dann können wir jeden Tag Liebe finden, Glückseligkeit und das Angesichts Gottes – mit oder ohne Trauschein. 

Heute hege ich keine unrealistischen Erwartungen gegenüber der Ehe. Niemand außer mir selbst ist verantwortlich für mein erfülltes Leben.