23. Dezember 

Einige Leute gehen im Regen spazieren. Andere werden ganz einfach nass. (Roger Miller) 

Was heißt es, wenn wir sagen: Wir feiern etwas? Ein Fest veranstalten? Sich von allem freimachen? Sich selbst etwas Schönes kaufen? Für viele von uns hat Feiern bedeutet: „Ich will mir nicht mehr so viele Gedanken machen. Ich will mich antörnen. Der Realität entfliehen.“ Einige Spielarten sind schlimmer als andere, aber alle genannten sind nur Nachahmungen dessen, was wir unter Feiern verstehen. 

Die wahre Feier ist nicht so sehr Flucht wie Rückkehr, nicht so sehr Minderung der Bewusstheit als vielmehr ihre Steigerung. Feiern heißt: den Geist wiedererschaffen, erfrischen und erneuern. Es heißt, dass wir innerlich wachsen, anstatt wegzulaufen oder etwas zu bekommen oder etwas an uns zu reißen. Um wie vieles glücklicher wird unser Leben sein, wenn wir sagen können: „Komm, lass uns feiern – lass uns sprechen. Komm, lass uns feiern – lass uns im Park spazieren gehen. Komm, lass uns feiern – lass uns dem Wind laufen und lass uns zusehen, wie es abends dämmert. Komm, lass uns feiern – lass uns die Einsamkeit vertreiben, einen Griesgram zum Lachen bringen, und lass uns aneinander teilhaben.“ 

Heute will ich meine alten Ansichten über das Feiern neu überdenken. Ich werde lernen, mich selbst auf neue Weise froh zu stimmen.