23. März 

In deinem Gesicht seh´ ich verzeichnet Ehre, Wahrheit und Treue. (William Shakespeare) 

Jeder findet aus unterschiedlichen Gründen seine Freunde. Hier ist es der unwiderstehliche Glanz in den Augen eines jungen Mannes, dort, bei einer Frau, die anmutige Rundung des Knöchels; vielleicht ist es der Wunsch, auszubrechen von zu Hause, oder, im Gegenteil, ein Zuhause zu haben. Vielleicht braucht man finanzielle Unterstützung oder denkt ganz einfach zweckmäßig – jeder kann seinen Grund nennen. Aber eine Beziehung muss noch etwas anderes beeinhalten, wenn sie lebendig sein soll, etwas, das sie grundsätzlich stärkt. Sie braucht Vertrauen. 

Ein unerschütterliches Vertrauen gibt uns die Gewissheit, dass der andere für uns da ist, dass man sich auf ihn verlassen kann, was immer auch geschieht. Das heißt, auf vielerlei und wichtige Weise ist er uns gegenwärtig. Wenn dem nicht so ist, bedeutet fehlendes Vertrauen letztlich fehlende Erfüllung – egal, wie verzweifelt unser Wunsch nach einer funktionierenden Beziehung sein mag. 

Ehe der andere sich als vertrauenswürdig erweist (jenseits aller Versprechen und guten Absichten), zögern wir innerlich. Die Beziehung ist vielleicht in mancher Hinsicht großartig – doch die Prüfung ihrer Dauerhaftigkeit mündet immer in die frage: „Kann ich ihm oder ihr vertrauen?“ 

Heute bin ich stolz auf die Art und Weise, wie andere mir vertrauen.