23. Juni 

Ich wusste besser, was andere Leute dachten, als was ich selber dachte. (Wayne W.) 

Sie hatte drei erwachsene Kinder und keine Fähigkeiten, mit denen man Geld verdienen kann. Sie war fünfzig und jetzt alleinstehend. Ihr alkoholsüchtiger Ehemann hatte sie wegen einer Frau verlassen, von der sie sagte, sie hätte seine Enkelin sein können. 

Ihr Schmerz war groß und schien aus ihr hervorzuschießen wie ein Blitzstrahl. Sie wollte nicht mehr leiden – sie wollte geheilt werden. Mehr noch wünschte sie, dass ihre Kinder geheilt würden. Bis ins Erwachsenenalter hinein waren sie Problemfälle. 

Man hätte sich anstrengen müssen, um nicht zu bemerken, dass jeder Satz, den die Frau sprach, mit dem Wort „Er“ begann. Obwohl er fort war und nicht wiederkommen würde, richtete sie immer noch ihr Leben an dem seinen aus. Immer noch wurden alle Möglichkeiten durch die Brille des Ehemanns gesehen, der sie verlassen hatte. 

Es ist ein sicheres Zeichen, dass wir auf dem Weg der Besserung sind, wenn wir sagen: „Das ist, was ich denke“, anstatt: „Das ist, was die anderen denken.“ Oder wenn wir sagen:: „Das ist, was ich fühle“, anstatt: „Das ist, was sie fühlen.“ Die Wirklichkeit umfasst viele Dinge, die auf grausame Weise ungerecht sind – aber die Freiheit wurzelt in dieser Wirklichkeit und nirgendwo sonst. 

Ich bitte darum, dass ich in der Gegenwart lebe, egal, wie schwierig das ist. Ich will meine Zukunft nicht durch die Brille von Menschen sehen, die zu meiner Vergangenheit gehören.