26. Februar 

Geduld: diese Mischung aus moralischer Standhaftigkeit und einer Art körperlicher Scheu. (Thomas Hardy) 

Alle schönen Dinge verlangen Zeit und haben ihr eigenes Tempo, um sich zu entfalten. Sie tragen eine Uhr in sich, die nicht nach der unsrigen geht. Warum also hegen wir solch unrealistische Erwartungen, wenn es um innere Fortschritte geht? Warum glauben wir immer so sicher zu wissen, wie lange etwas dauern müsste? 

Es geschieht sehr häufig, dass man bei einem Treffen, wo wir auf den Spuren der Kindheit sind, einen der Teilnehmer etwa sagen hört: „Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich muss geistig krank sein oder irgend so etwas. Immer, wenn ich einen Schritt vorwärts mache, gehe ich zwei Schritte zurück. Ich glaube nicht, dass ich mich überhaupt verändere. Warum vergesse ich immerzu, was gut für mich ist und was mir hilft?“ – Aber: Wie schnell sollte das vonstatten gehen? Wessen Uhren ziehen wir zum Vergleich heran? Und: Wie viel Lebenszeit haben wir doch gebraucht, um all unsere charakterlichen Mängel zu verstärken? Wie schnell sollten sie also, unserer Ansicht nach, behoben werden können? 

Eine große Aufgabe kann nicht auf einmal bewältigt werden. Das ist einfach so. Es gibt keinen legitimen Grund dafür, ungeduldig zu sein. Wir kommen niemals zu spät. Die Zeit, die verstreicht, ist die Zeit, die notwendig war. Wir werden dahin kommen, dies einzusehen. 

Heute will ich mir jenes inneren Wachstums bewusst sein, das ich schon erzielt habe, und fortfahren mit der geduldigen Durcharbeitung meines Programms.