26. April 

Zu sich selbst finden heißt ... das Leben weniger erleiden und es mehr genießen. (Peggy Katherine Joseph) 

Bei einem Gruppentreffen gab ein junges Mädchen bekannt, dass ihre Mutter kommen würde, um eine Gruppensitzung zu besuchen. Da niemand sie kannte, fragte einer der Teilnehmer: „Wie werden wir deine Mutter erkennen?“ Das Mädchen breitete ihre Arme in Kreuzigungspose aus und sagte: „An den Nagellöchern.“ 

Es ist nicht ungewöhnlich, dass gerade Menschen, die in ihrer Kindheit gelitten haben, dem Leben, sich selbst und jedem anderen mit einer negativen Einstellung begegnen. Für jene, die darin gefangen sind, wird das Leben meistens zu einer Art Durchhaltetest. Solche Menschen betrachten ihr Dasein nicht als ein zu bestehendes Abenteuer, sondern als eine Tortur, die durchgestanden werden muss. 

Der Gewinn innerer Ausgeglichenheit und Ruhe strahlt aus den Gesichtern derer, die jeden Tag willkommen heißen wie die Sonne an einem klaren Tag. Menschen, die um diesen Zustand wissen, sind zu der Einsicht gelangt, dass das Leben genossen werden soll – und so finden sie Freude trotz des Leids und der Enttäuschungen, die ebenfalls existieren. Selbstfindung ist keine Einübung in Illusionen und Verdrängung. Sie zeigt vielmehr eine Geisteshaltung an, die es den Dornen im Leben nicht gestattet, die Zartheit der Rose auszulöschen. 

Das Heute wurde mir geschenkt, dass ich mich darin entfalte. Ich will alle Rosen wahrnehmen, die meinen Weg säumen.