27. Februar 

Wieder hab´ ich´ s getan! Ich fühle mich scheußlich! Ich bin scheußlich! (Jim E.) 

Diese quälenden Gedanken kamen bei einem unserer Treffen zum Ausdruck, wo wir die Probleme mit dem ungeliebten Kind in uns thematisierten. Der, der da sprach, war ein junger Mann, der es geschafft hatte, drei Jahre lang trocken zu bleiben. Nach schlimmen Kindheitserfahrungen hatte Jim, als er schon trank, geheiratet, und er wurde geschieden, als er bereits kein Glas mehr angerührt hatte. Nachdem der Trennungsschmerz überwunden war, beschloss Jim, sich nie wieder auf das Trinken einzulassen. 

Aber mit der Zeit fühlte er sich einsam. Er wollte Liebe bekommen wie wir alle. Da traf er Julie. Sie verliebten sich ineinander. Aber gerade das bereitete Jim schreckliche Angst. Was er am meisten ersehnte, war das, wovor ihm äußerst bange war. Je näher Julie ihm kam, desto mehr geriet er in Panik. 

Dann, eines Nachts, geschah es, dass er einen Streit vom Zaun brach. „Ohne jeden Grund“, sagte er. Er war grausam zu ihr, stieß sie zur Seite. Jetzt fragt er sich, ob Julie je wieder mit ihm sprechen wird. 

Aber es gab einen Grund für diese Auseinandersetzung. Jim befindet sich an einem Scheideweg, wie all seine Gefährten mit ähnlichen Problemen. Sollen sie alte Verhaltensmuster wiederholen oder neuen Wahrheiten folgen? Es geht darum, ob wir uns für das Leben und die Liebe entscheiden oder für Rückzug und Tod. Wir alle wissen, wohin die alten Wege uns führen. Wir verstehen sehr gut, und wir sympathisieren mit der einen Richtung wie mit der anderen. Aber die Zeit kommt, da jeder von uns die Wahl treffen muss. Welcher Weg wird es sein, den wir gehen? 

Heute will ich mich gegen die innere Verzweiflung auflehnen. Ich will an mich glauben trotz der Schwächen, die sich immer wieder bemerkbar machen.