28. August 

Gesegnet sind jene, die geben können, ohne sich zu erinnern, und nehmen, ohne zu vergessen. (Melvin Schleeds) 

Mensch sein heißt, sowohl Gebender als auch Nehmender zu sein. Jeder, der lebt, ist beides. Wir geben der Welt eine Ordnung, geben die Früchte unserer täglichen Arbeit und Anstrengung, die Gnade unseres Daseins. Jedes Lächeln, jedes tröstliche Wort, jede Versuchung, der wir widerstehen, und jeder Schweißtropfen bei unserer Arbeit ist ein gültiger Beitrag – egal, wie winzig er ausfällt – zur Steigerung der menschlichen Lebensqualität. Jedes Mal, wenn wir Nahrung zu uns nehmen, die ein anderer angebaut, Kleider tragen, die ein anderer genäht, oder ein Treffen besuchen, das ein anderer organisiert hat – sind wir Nehmende.

Der Zentrale Punkt beim Geben und Nehmen ist nicht das Ob, sondern das Wie. Was ist unsere Einstellung? Betrachten wir das Geben nur als eine Aufgabe, die wir mehr oder weniger erfüllen? Wenn wir erkennen, dass unser Leben Teil eines größeren Ganzen ist, entfliehen wir der Einsamkeit, der Isolation, und entdecken eine neue Bedeutung in dem Wort: Mit-teilen. 

Heute feiere ich die Tatsache, das mein Leben in die menschliche Ordnung integriert ist. Ich bin nicht „anders als“; ich bin genauso notwendig wie jeder andere Mensch.