3. Dezember 

Wie passen Verschwiegenheit und Offenheit zusammen? Ich habe Angst vor leichtfertigem Gerede. (Vonnie W.) 

Nicht jede Information ist dazu bestimmt, mitgeteilt zu werden. Dazu gehören etwa die vertraulichen Botschaften anderer Menschen oder die „Leckerbissen“ des Klatschs, der genauso wahr wie unwahr sein kann. Auch ist es nicht klug, alle Details aus unserem Privatleben auszubreiten, sei es in der Öffentlichkeit oder bei unseren Gruppentreffen. Das gilt besonders dann, wenn unsere Geschichte intime Einzelheiten über Freunde und Mitglieder der Familie enthalten. 

Die Offenbarung des eigenen Inneren ist wichtig für den Prozess der Selbstfindung – aber wo ziehen wir die Grenze? Andere an unserem Leben teilhaben zu lassen, ist ein wunderbarer Vorgang – abgesehen davon, dass die Geheimnisse, die wir einfach nicht preisgeben wollen, imstande sein können, unsere Kräfte erlahmen zu lassen. Was also ist angemessen? 

Zwei Leitlinien haben anderen Menschen auf dem Weg zu sich selbst geholfen. Finde einen treuen Gefährten, dem du vertraust. Wir können uns nur in dem Maße auf das Urteil des Gefährten verlassen, wie unser eigenes sich entwickelt, um festzulegen, welche Punkte sich bedenkenlos für die Gruppendiskussion eignen und welche nicht. Wenn du im Zweifel bist, dann schweig lieber. Wenn es irgendwie fraglich ist, ob wir in die Privatsphäre eines anderen eindringen können, dann sollten wir nichts sagen, ehe wir nicht sorgsam die Konsequenzen durchdacht haben. Wir können immer noch zu einem späteren Zeitpunkt die Dinge beim Namen nennen. 

Heute bitte ich um den Weitblick, dass ich das mitteile, was ich mitteilen sollte, und das übrige ungesagt sein lasse.