3. Mai 

Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, das man nicht sieht. (Hebräer 11,1) 

Was ist zuerst da – die Henne oder das Ei, die Bitte oder der Dank, die Handlung oder das Gefühl? Bei einer kürzlich durchgeführten Untersuchung wurden Studenten aufgefordert, Gesichtsausdrücke zu solch unterschiedlichen Emotionen wie Überraschung, Entsetzen, Entzücken und Angst hervorzubringen. Die Forscher fanden heraus: Als die Studenten ängstlich aussahen, nahm die Zahl ihrer Herzschläge zu, und die Hauttemperatur sank. Bei anderen Gefühlsäußerungen stellten sie ähnliche sichtbare Reaktionen fest. 

Daraus folgt natürlich, dass selbst vorgetäuschte Emotionen „real“ werden, wenn man sie ausagiert. Die Aktion ist der Auslöser. Im Rahmen unseres Programms sind wir ebenfalls ständig angehalten, „so zu tun als ob“. Das heißt, selbst wenn uns nicht danach zumute ist, zu lächeln, selbstsicher zu handeln oder unsere Bedürfnisse zu artikulieren, und selbst wenn uns solche Übungen furchtbar künstlich vorkommen, müssen wir trotzdem so handeln. Denn nur so, indem wir im Vertrauen auf die Zukunft handeln, können die Emotionen real werden. 

Ich will an mir arbeiten, um zu verstehen, dass meine Handlungen oftmals meinen Gefühlen vorangehen müssen, wenn ich Fortschritte machen will.