4. August

 Die Menschen sind, zu Zeiten, Herren über ihr Geschick. (William Shakespeare) 

Unter Menschen, deren heutige Probleme in einer unglücklichen Kindheit wurzeln, läuft das Gespräch oft auf die Frage hinaus, wie oft sie darauf verzichteten, sich für ihr eigenes Leben zu engagieren. Wir neigen dazu, uns ängstlich und taub zu stellen in jenen Lebensprozessen, wo wir Entscheidungen treffen müssen, die über unser Schicksal bestimmen. 

Das Muster scheint folgendermaßen auszusehen: Sobald ein Konflikt auftaucht, wählen wir zwanghaft unter einer Vielzahl von verhängnisvollen Reaktionen die eine oder andere aus. Üblich ist diese: Wir springen gleichsam kopfüber in unsere Angst vor dem Verlassenwerden, wenn erste Anzeichen von Konfrontation sichtbar werden. Damit haben wir uns entschieden, Ohren und Herz zu verschließen, so dass wir den Tatsachen ausweichen können. Aus einer solch distanzierten Position haben wir natürlich keinen Einfluss auf Lösungen und Resultate. 

Aber das kann sich ändern. Wir vermögen uns zu ändern. Ein Mitglied unserer Gruppe hat kürzlich von einer derartigen Kehrtwendung erzählt: „Ich mache ganz neu die Erfahrung, dass ich am Ball bleiben muss, egal, um was es geht. Wenn ein Konflikt auftaucht, heißt das nicht, dass ich wegrennen muss. Ich kann bleiben. Ich kann hinhören. Ich kann partizipieren und ein wirklich gutes Gefühl haben angesichts dessen, was passiert, und angesichts der Ergebnisse, die sich zeitigen.“ 

Gott möge mir den Mut zuteil werden lassen, dass ich mich den Konflikten stelle und nicht vor ihnen weglaufe. Ich handle mit jedem Tag verantwortungsbewusster.