5. Januar 

Gott hat mich nicht aufgerufen, erfolgreich zu sein. Er hat mich aufgerufen zu glauben. (Mutter Teresa)

Ein Reporter hat Mutter Teresa einmal gefragt, wie sie es ertragen könne, Tag für Tag, Jahr für Jahr ihre Arbeit an solch hoffnungslosen Aufgaben fortzusetzen. Die Menschen, um die sie sich kümmere, seien doch die Ärmsten der Armen. Zudem litten viele von ihnen an Krankheiten. Wie also sei sie imstande, ihre Hingabe aufrecht zu erhalten – obwohl sie wisse, dass Armut und Krankheit auch nach ihrem Tod weiter bestehen würden? Ob sie denn nicht erkannt habe, dass sie den Kampf niemals gewinnen könne? 

Ihre Erklärung war einfach: Natürlich wisse sie, dass die Aufgabe gewaltig sei, aber es läge nicht in ihrer Absicht, alles ein für allemal zu lösen. 

Mutter Teresa hat ihr Leben und ihren Willen Gott übergeben, und ihre Arbeit ist Ausdruck dessen, was sie als Gottes Wille erfährt, der in ihrem Leben wirksam ist. Deshalb widmet sie sich ganz der Aufgabe selbst, nicht deren letzter Vollendung. 

Auch wir können lernen, empfänglich zu werden für einen höheren Zweck. Wir können unsere Energien in eine gute Sache lenken, an die wir wirklich glauben – selbst wenn wir sicher sind, dass die Arbeit niemals ein Ende haben wird. Wir können zum Beispiel mit Familienmitgliedern und Freunden liebevoll sprechen, anstatt in Wortgefechte zu verfallen, die wir gewinnen wollen. Wir können den Willen unserer Höheren Macht annehmen und dadurch zu innerer Gelassenheit finden. 

Heute will ich loslassen von dem starken Bedürfnis, Erfolg zu haben oder andere zu beeindrucken. Statt dessen will ich für den Willen meiner Höheren Macht offen sein.