5. März 

Ohne eigene Stimme kann man nicht wählen. Ohne Wahlmöglichkeit ist man machtlos. Von nun an will ich mir Gehör verschaffen. (Dave C.) 

Wenn wir unsere Stimme nicht erheben, haben wir keine Wahl und auch keine Macht. Kinder sind jene Mitglieder der Gesellschaft, die oft über keine eigenen Stimme verfügen. Fast alle von uns sind nach der weit verbreiteten Ansicht aufgezogen worden: „Kinder sollte man nicht hören, nur ab und zu sehen“ – oder nach einer Variation dieser Befehlsformel. In unserem Zuhause, wo einiges schief gegangen ist, lernten wir, die Kinder, dass es für uns kein Mitspracherecht gab. Das Resultat war verheerend. 

Wenn wir uns nicht bewusst mit ihnen auseinandersetzen, werden die früheren Vergehen sich in der Gegenwart und in der Zukunft wiederholen. Es ist ganz gut möglich, dass man alt wird und stirbt, nachdem man ein ganzes Leben lang blind, stumm und passiv der traurigen Melodie gefolgt ist, die man von Jugend an gezwungenermaßen im Ohr hatte. 

Aber wer sagt, du und ich sollten heute keine eigene stimme haben? Müssen wir diesen Menschen aus unserer Vergangenheit noch immer eine solche Macht über unser Leben zugestehen? 

Egal wie schau, unsicher oder ängstlich wir uns fühlen, wir müssen lernen zu sagen: „Ich bin da. Ich gehöre dazu. Das ist meine Meinung.“ Es ist eine wunderbare, gesunde Sache, sich zu erheben und aus innerer Überzeugung zu sprechen. Wir alle verdienen es, gehört zu werden. 

Heute danke ich Gott für das Wunder, dass ich meine eigene Stimme gefunden habe, nachdem ich lange Zeit so stumm war.