5. April 

Natürlich betete ich – und was
Kümmerte es Gott?
So viel, als hätte ein Vogel oben,
Inder Luft, mit dem Fuß aufgestampft
Und geschrieen: „Gib mir!“
(Emily Dickinson) 

Kinder sind gute Beispiele für fehlende emotionale Reife. Ihr ganzes Wohlbefinden hängt oft vom augenblicklichen Verlangen ab – ob es uns um ein zu teures Spielzeug geht, um die Fußballmannschaft, wo sie mitspielen wollen, oder um ein Ausgehkleid für den Sonntag, das sie haben müssen. „Jetzt“ ist die einzige Zeit, die existiert, und das erwünschte Objekt oder Ereignis die einzige Sache, an die zu denken sich lohnt. Das Kind empfindet eine Enttäuschung nicht als Rückschlag, der wieder vorbei geht; sie scheint alles für immer zu verwüsten. 

Sind wir Erwachsene denn so verschieden? Sind wir nicht manchmal genau so besessen, was bestimmte, von uns ersehnte Ergebnisse angeht? Treten wir nicht auch mal um uns, schreien oder stampfen mit den Füßen auf den Boden – zumindest innerlich -, wenn gewisse Wünsche nicht in Erfüllung gehen? 

Menschen, die noch nicht sehr alt sind, haben jedes Recht, unreif zu sein. Andererseits können wir die Vorteile solcher Reife erst genießen, nachdem wir den Preis bezahlt haben, um so weit zu kommen. 

Ich fühle mich zunehmend wohler, indem ich mein Bestes gebe und das Leben nehme, wie es kommt.