7. Januar 

Psychotische Menschen glauben, zwei und zwei mache fünf; neurotische Menschen wissen, dass zwei und zwei vier ist – aber sie können das nicht ertragen. (Anonym) 

Wir bereiten uns eine ganze Reihe von Enttäuschungen, wenn wir darauf bestehen, dass wir immer alles auf einmal haben wollen. Jedoch bedeutet jedes Ja auch ein Nein – ob wir wollen oder nicht. Ein Ja zu riskanten finanziellen Spekulationen ist ein Nein zur Rücklage eines Notgroschens. Ein Ja zur Spätvorstellung im Kino ist ein Nein zum regen und tätigen Morgen danach. Ein amerikanisches Sprichwort lautet: „Man kann nicht zu Bett gehen und die Laken unbenutzt lassen.“ 

Es ist empfehlenswert, die Prioritäten festzulegen, ehe wir uns selbst bestrafen mit dem Ja-und-Nein-Spiel. Wenn wir schon nicht beides zugleich haben können, müssen wir versuchen, den inneren Frieden dadurch zu erlangen, dass wir abwägen, bevor wir uns auf etwas einlassen. Manchmal werden wir sehen, dass wir uns unnötig quälen: Wenn uns ein Stück Kirschtorte tatsächlich größeres Wohlbefinden schenkt als eine schlanke Taille, dann sollten wir uns das eingestehen und es akzeptieren – und die Torte ohne Schuldgefühle genießen. Schlecht ist nur, nicht wirklich ja zu sagen: erst zu wählen und sich dann das Vergnügen, das daraus erwächst, zu versagen. Das Leben ist zu kurz, um die Kräfte zu verschwenden für Dilemmas, die gar nicht existieren. Wir sollten einfach einen Moment innehalten, wenn wir das nächste Mal vor einer schwierigen Wahl stehen. 

Heute will ich versuche, ganz hinter den Entscheidungen zu stehen, die ich treffe. Als Zaungast lebt man unbequem und unbefriedigend.