7. Dezember 

Lasset uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist. (Hebräer 12,1) 

Bei Neulingen, die sich der Gruppe anschließen, wo wir über unsere in der Kindheit wurzelnden Probleme sprechen, bemerken wir oft, wie ungeduldig sie sind mit ihrer inneren Entwicklung. Die Kommentare klingen so ähnlich wie diese: „Warum dauert das so lange?“; „Ich muss es wohl falsch angehen, weil ich überhaupt keine Fortschritte zu machen scheine“ oder: „Weshalb geht es bei den anderen besser voran als bei mir?“ 

Es gibt keinen Wettbewerb im Prozess der Selbstfindung. Die weise Antwort auf solche Bemerkungen lautet: „Sag, wie lange schon hast du jene Gewohnheiten und Verhaltensmuster praktiziert, die dir mitgegeben worden sind?“ Die Entgegnung darauf ist natürlich: „Mein ganzes Leben lang.“ Und die klare Antwort dazu lautet: „Warum glaubst du dann, ein paar Wochen oder Monate seien genug, um diese ein Leben lang eingeübten Gewohnheiten zu ändern? Sei geduldig.“ 

Wir müssen lernen, mehr Geduld zu haben mit dem Leben und – vor allem – mit uns selbst. 

Ich lerne, lieber mit Fortschritten zufrieden zu sein, als die Perfektion zu wollen.