7. Juli 

Was von Herzen kommt, berührt das Herz. (Don Sibet) 

Einige der Geschichten, die bei den Gruppentreffen erzählt werden, sind dramatisch und unvergesslich. Manchmal sind sie herzzerreißend, manchmal urkomisch und manchmal sogar einschüchternd. Weshalb? Weil wir dazu neigen, Sprecher und Gesprochenes miteinander zu verwechseln. Wir neigen dazu, uns selbst herabzusetzen, indem wir andere Menschen in die Höhe heben: „Wenn ich doch nur wie Sarah reden könnte!“ oder: „Ich habe mich nicht freiwillig gemeldet, weil ich hoffte, du würdest dich mitteilen.“ 

Was für ein Unsinn! Menschen, denen es leicht fällt, gut zu formulieren, teilen nicht unbedingt mehr von sich mit als andere. Es geht nicht darum, wie wir etwas sagen – sondern darum, genug Vertrauen zu besitzen, um überhaupt etwas zu sagen! Das wahre Sprechen wagt sich vor zu den Stellen, wo man ungeschützt ist, wo man etwas aus dem tiefsten Innern offen zeigt, so dass es geheilt und geliebt werden kann. Man muss kein guter Geschichtenerzähler sein, um wirklich sein Herz zu öffnen. 

Ich werde meinen Beitrag für die Gruppe leisten, so dass sie dazu gewinnt durch das, was ich so aufrichtig wie möglich von mir mitteile.