8. Februar 

Einzig im Wachstum erweist sich das Leben. (Kardinal Newman) 

In unserer materialistisch orientierten Gesellschaft herrscht die große Versuchung, andere Menschen anzustellen, um unsere eigenen Probleme zu lösen. Soll der Schnee auf dem Bürgersteig beseitigt werden? Dann miete dir einen Burschen mit einer Schaufel. „Hier, das ist unser Problem“, sagen wir unseren Anwälten, Beratern und Politikern: „Mach, dass es gelöst wird.“ So verdichtet sich die Auffassung, dass jedes Problem, wie auch die Verantwortung für dessen Lösung, abgewälzt werden kann und soll. 

Einige Probleme jedoch sind nicht übertragbar – egal, wie unzulänglich wir uns vorkommen, wenn wir sie selbst lösen sollen, egal auch, wie viel Geld uns zur Verfügung steht, um Hilfe zu kaufen. Gerade die Notwendigkeit, sich selbst innerlich zu erneuern, ist ein solches Problem. Kein anderer kann uns vor uns selber retten. Kein „Experte“ könnte so viel wissen wie wir, wenn es darum geht, an welchem Punkt wir in unserer Entwicklung standen und was wir benötigen, um weiter zu kommen. Wir sind selbst verantwortlich für unsere innere Entfaltung. Entweder, wir übernehmen die Aufgabe selbst, oder wir lasen es: So einfach ist das, und doch so schwierig. 

Ich will mich einem Problem stellen, das ich früher umgangen habe. Die Beschäftigung mit ihm wird nicht so schmerzlich sein wie die Furcht vor ihm.