8. Mai 

Der einzige Gott, den es gibt, ist der Gott über dem Gott. (Schwester Perpetua) 

Manchmal vergessen wir bei unserer Suche nach spiritueller Entfaltung und einer näheren Beziehung mit Gott, wie wir ihn verstehen, dass jeder Begriff, jede Vorstellung, jeder Glaube in Bezug auf ihn unvollkommen ist. Egal, welche Weite der Geist besitzt, der Gott kontemplativ schaut – das Bild ist in der Tat trüb. Ein Kerzenlicht mag dem Nachtfalter, der von ihm angezogen wird, als das strahlendes im Universum erscheinen, aber es ist nur eine schwache Imitation der Sonne. 

Unsere Suche nach Gott muss immer rastlos sein. Die heißt nicht, wir sollten ständig frustriert sein oder uns keine innere Gelassenheit gönnen – sondern vielmehr verstehen, dass Gott derart groß ist, dass Geborgenheit und Freude, die wir auf dem Weg zu ihm finden können, kein Ende haben. Nicht, weil wir so unbedeutend sind, sondern weil Gott so großartig ist. 

Bei einem Gruppentreffen erzählte ein Mann, er habe gelesen, dass das Sternenlicht, das wir am Nachthimmel sehen, sich aus einer Entfernung von 400 000 Lichtjahren in unsere Richtung bewegt. „All diese Räume“, sagte er, „sind wie eine Murmel in der Hand Gottes. Wer also bin ich, dass ich glauben kann, ich vermöchte ein Wesen zu begreifen, das so großartig ist wie er?“ 

Indem ich ständig bewussten Kontakt mit ihm halte, kommt Gott, wie ich ihn verstehe, mit jedem Tag klarer zum Vorschein.