9. November 

Sei misstrauisch gegenüber den Surrogaten. (Connie L.) 

Wenn in unserem Leben etwas Wichtiges fehlt, neigen wir naturgemäß dazu, so lange herumzuwühlen, bis wir etwas finden – irgend etwas, durch das wir die Lücke zu schließen versuchen. Wir benutzen dafür vielleicht die Dinge, die wir essen, den Alkohol, Geld, Sex – irgendwas. Auf diese Weise beginnt die Abhängigkeit: Wir wissen nicht, wie wir das bekommen sollen, was wir brauchen, und so strecken wir die Hand nach etwas anderem aus. Im Grunde sehnen wir uns bei diesen „wechselnden Abhängigkeiten“ oft nach Liebe und Anerkennung. Aber sie bringen keine Liebe hervor, sondern nur die Illusion der Liebe. 

Surrogate machen uns krank. Selbst wenn sie nicht an sich schlecht sind, benutzen wir sie falsch. Wir vergessen, dass sie nur einen momentanen Ausweg darstellen, einen Notbehelf, nicht die wahre Sache selbst. 

Manchmal kennen wir unsere wirklichen Bedürfnisse nicht. Und manchmal kennen wir sie zwar, haben aber Angst, die Risiken auf uns zu nehmen, die sich einstellen, sobald wir ihnen nachgehen. In beiden Fällen werden wir weiterhin Sklaven unserer Abhängigkeiten oder Ersatzhandlungen sein, bis wir sie erkennen als das, was sie sind, und lernen, unsere Bedürfnisse auf gesundem Wege zu befriedigen. 

Heute will ich meine Höhere Macht um Einsicht in meine wirklichen Bedürfnisse bitten. Ich werde mein Leben auf Surrogate hin überprüfen.