9. Februar 

Wenn alles gesagt und getan ist, entscheidet der Wille über alles Weitere. (Frank D.) 

Die meisten von uns, die wir Probleme aus der Kindheit in uns tragen, wissen sehr wohl, dass es keine Heilung, keine konstruktive innere Entwicklung gibt, solange wir nicht zuallererst dazu bereit sind. 

Manchmal bringt uns der Unterschied zwischen Gewillt-sein und Wollen ganz durcheinander. Denn wir brauchen nicht zu wollen – oder gar gerne zu tun -, was getan werden muss. Die Einstellung, etwas nicht tun zu wollen, ist ganz und gar verschieden von jener, bei der wir nicht gewillt sind, etwas zu tun. Eine Frau auf dem Weg zu sich selbst hat dies so zum Ausdruck gebracht: „Alles, was ich je in meinem Leben losgelassen habe, trug überall Kratzspuren von mir.“ Wichtig ist, dass sie losließ, so sehr sie auch daran festhalten wollte: Sie war gewillt dazu. 

Wenn wir an jene Menschen in der Gruppe denken, die wir am meisten bewundern, jene, deren Fortschritte so vehement zu sein scheinen verglichen mit unseren, dann haben auch sie vielleicht überhaupt keine Lust, an einem unserer Treffen teilzunehmen. Sie empfinden es vielleicht als unangenehm, die zu sehen, die ihnen schon sehr geholfen haben, oder freundliche Worte zu sagen, obwohl sie sich eigentlich beklagen wollen. Es kann sein, dass sie wünschen, bestimmte Leute nicht bessern zu müssen. Aber es geht nicht darum, was sie wollen. Es geht darum, dass sie gewillt sind, das zu tun, was getan werden muss. 

Heute will ich Gott um Hilfe bitten, dass ich meine Bereitschaft für inneres Wachstum stärken und den Unterschied zwischen dem, was ich will, und dem, wozu ich gewillt bin, erkennen kann.