9. Juli 

Ich akzeptiere das Universum. (Margaret Fuller) 

Toleranz üben heißt: etwas ertragen, obwohl man es nicht besonders mag. Um die geistige Gesundheit aufrecht zu erhalten, versuchen wir, Belästigungen wie den Verkehrslärm, den Mitarbeiter, der zu viel redet, oder die Vorlieben unserer Kinder beim Fernsehen zu ignorieren oder abzuschütteln. Wir wollen nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen, und wir wollen uns nicht die ganze Zeit aufregen. Also sagen wir uns selbst: „Nicht der Rede wert“ – manchmal mit zusammengebissenen Zähnen. 

Die Bereitschaft zur Hinnahme geht noch einen Schritt weiter als Toleranz – und zwar einen sehr großen, wichtigen Schritt. Etwas akzeptieren heißt: es bereitwillig empfangen – ohne geballte Fäuste oder zusammengebissene Zähne. Diese Bereitschaft kommt vom Herzen, nicht nur aus dem Kopf. Eine Irritation akzeptieren bedeutet also, dass man mehr schafft, als nur angestrengt daneben zu stehen oder sich gegen den eigenen Willen blind und taub zu stellen. Es bedeutet, dass man auf die Irritation eingeht und ihr dadurch die störenden Einflüsse entzieht, die sie sonst auf unsere innere Gelassenheit hat. 

Meine innere Gelassenheit soll nicht den Ärgernissen des täglichen Lebens geopfert werden. Ich will meine Welt so nehmen, wie sie ist.